Der November ist ein guter Marketing-Monat. Auch wenn er sich nicht so anfühlt. Weihnachts-Kauflisten werden vorbereitet, Geschenkbuch-Empfehlungen gesammelt, Buchbloggerinnen veröffentlichen ihre „Beste Bücher des Jahres"-Listen. Wer im November mit ruhigen, inhaltsstarken Themen sichtbar wird, landet auf genau diesen Listen.
Wie immer: Such dir aus, was zu deiner aktuellen Buchphase passt. Bei jedem Thema steht, für wen es sich besonders eignet.
Hier kommen die Themen für November:
04.11. – Welche Bücher gerade entstehen – und was sie dir versprechen
Geeignet für: alle, die gerade an einem Buch arbeiten, plotten oder überarbeiten.
Wofür dieser Mittwoch gut ist: Im November läuft seit Jahren der Schreibmarathon NaNoWriMo (kurz für National Novel Writing Month) – ein Monat, der mittlerweile auch unter dem Namen Vielschreibemonat viele Autor:innen dazu antreibt, in 30 Tagen einen Romanentwurf zu schreiben. Aus Marketing-Sicht ist das interessant, aber nur dann, wenn du es für Lesende übersetzt. Niemand außerhalb der Schreib-Bubble interessiert sich für Wortzahlen oder Tagesziele. Lesende interessieren sich für eines: Was kommt? Worauf darf ich mich freuen?
Nutze den Monat, um über die Geschichte zu sprechen, das gerade entsteht. Nicht über den Prozess.
- Fantasy: Welche Welt baust du gerade?
- Liebesroman: Welche zwei Menschen lernen sich gerade unter deiner Hand kennen?
- Thriller: Was ist die Frage, die Lesende durch das Buch ziehen wird?
- Krimi: Welcher Fall nimmt gerade Form an?
Einordnung für deinen Post: Schreib einen kleinen Teaser für das Buch, das gerade entsteht. Kein Plot, kein Status-Update: „Hier entsteht gerade ein Buch über…" Frag am Ende: „Wenn dir der Teaser gefällt, hinterlass ein [passendes Emojie]." Das ist ein niedrigschwelliger CTA, der Lesende einlädt.
11.11. – Welches Buch bringt dich durch den dunklen Monat?
Geeignet für: alle Buchphasen. Dies ist ein Mittwoch, der ohne dein eigenes Buch funktioniert und gerade deshalb stark ist.
Wofür dieser Mittwoch gut ist: Der November zieht viele Menschen runter, deswegen suchen sie nach Büchern, die sie durch die Zeit bringen. Empfehlungs-Posts haben in Buch-Communities die höchste Weiterleitungs-Rate, weil Lesende sie an genau die Menschen schicken, an die sie gerade denken.
- Fantasy: Welches Fantasy-Buch kannst du immer wieder lesen, weil es sich anfühlt wie nach Hause kommen?
- Liebesroman: Welcher Roman war für dich in einer schweren Zeit das Buch, das du gebraucht hast?
- Thriller: Welcher Thriller ist gut, ohne dass er dich nachts wachhält?
- Krimi: Welcher Krimi schmökert sich so richtig gut weg?
Einordnung für deinen Post: Buch, Autor:in, drei, vier Sätze, warum dieses Buch eine absolute Empfehlung ist. Kein Klappentext-Ton, sondern persönlich. Frag am Ende: „Welches Buch bringt dich durch den November?" oder fordere auf den Beitrag zu teilen, wenn die Person das Buch auch empfehlen kann.
18.11. – Eine Szene, in der nichts passiert
Geeignet für: alle, die mindestens ein Buch fertig haben oder weit im Manuskript sind.
Wofür dieser Mittwoch gut ist: Action verkauft sich in Trailern, aber Lesende erinnern sich oft auch an die stillen Szenen. Ein Blick, ein Satz, ein Schweigen: die Momente, in denen scheinbar nichts passiert.
- Fantasy: Vielleicht der Moment, in dem deine Figur am Fenster steht und versteht, dass nun alles anders sein wird. Vielleicht eine Mahlzeit zwischen zwei Schlachten.
- Liebesroman: Der Moment, in dem zwei Menschen schweigen und beide das Gleiche denken.
- Thriller: Der Moment, in dem deine Figur in einer leeren Wohnung sitzt. Die Stille vor der Entscheidung.
- Krimi: Der Moment, in dem deine Ermittlerfigur ein Foto in der Hand hält und plötzlich eine ganz andere Geschichte sieht.
Einordnung für deinen Post: Beschreib die Szene in vier, fünf Sätzen: kein Spoiler, nur Stimmung. Lass das Bild wirken.
25.11. – Wessen Arbeit steckt unsichtbar in deinem Buch?
Geeignet für: alle, die mindestens ein Buch veröffentlicht haben.
Wofür dieser Mittwoch gut ist: Bücher entstehen selten allein. Lektorat, Beta-Lesende, Recherche-Quellen, eine Person, die in einer schweren Phase einen Satz gesagt hat, der alles verändert hat. Solche Posts sind ungewöhnlich, weil sie nicht performativ dankbar sind, sondern konkret und sie zeigen, dass du als Autor:in verstehst, dass ein Buch ein Gemeinschaftsprodukt ist. Lesende lieben das, weil es ehrlich ist.
- Fantasy: Welche Beta-Leser:in hat deine Welt gerettet, weil sie eine Inkonsistenz gesehen hat, die du übersehen hast? Welche Recherche-Quelle (eine Sprachforscherin, ein altes Buch, ein Mythos) hat einen ganzen Plot getragen?
- Liebesroman: Welche Freundin hat eine Beziehungs-Szene gerettet, weil sie dir gesagt hat „so reden Menschen nicht miteinander"?
- Thriller: Welche Expert:in hat dir einen Fakt gegeben, den du nicht erfinden konntest? Welche Lektoratsrunde hat einen Plot-Twist gerettet?
- Krimi: Welcher Berater aus dem Polizei- oder Forensik-Umfeld hat den Fall realistisch gemacht? Welche stille Recherche-Quelle (Fachliteratur, ein Gerichtsprotokoll, ein Gespräch) hat eine ganze Szene gerettet?
Einordnung für deinen Post: Eine konkrete Person, ein konkreter Beitrag. Keine Liste mit zehn Namen, sondern eine Geschichte: „Ohne [Name/Funktion] wäre [konkrete Szene] anders gewesen, weil…" Frag am Ende: „Liest du Danksagungen in Büchern?" Das ist eine ungewöhnliche Frage, die viele Lesende zum Nachdenken bringt.
Wenn du nur Zeit für einen Mittwoch hast: Nimm den 11.11. Buch-Empfehlungs-Posts haben im November die höchste Weiterleitungs-Rate und sie funktionieren auch dann, wenn du gerade selbst nichts veröffentlichst.
Wenn du nur Zeit für zwei Mittwoche hast: 11.11. plus 18.11. Empfehlung und stille Szene zusammen zeigen dich als jemand, der Bücher liebt und versteht.
So funktioniert es: Posten am Mittwoch, Hashtag #BuchMarketingMittwoch, @buchbubble.marketing erwähnen.
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